Insbesondere durch die Etablierung der Mobilfunknetze GSM und UMTS steht die Frage über die Auswirkungen der Exposition durch hochfrequente elektromagnetische Felder (HF-EMF) auf Menschen im Raum. Zur Überprüfung der Einhaltung von Grenzwerten sowie der Entwicklung der Immission ist eine mess- oder simulationstechnische Bestimmung unabdingbar. Durch die bereits nahezu abgeschlossene Erweiterung der Mobilfunknetze um LTE sowie durch die geplante Einführung von 5G und der damit verbundenen deutlichen Steigerung von insbesondere körpernahen Sendeanlagen, rückt eine Überwachung der auf den Menschen einwirkenden Immission wieder zunehmend in den Fokus.

Aktivitäten am IHF

Schwerpunktmäßig werden am IHF Immissionen hochfrequenter elektromagnetischer Felder (HF‑EMF) behandelt. Bezogen auf derzeit in Betrieb befindliche Funkdienste umfasst dies einen Bereich zwischen UKW-Radio (ab 88 MHz) bis WLAN im 5-GHz-Band. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf Mobilfunk (GSM, UMTS und LTE).

Simulation

Für eine erste Einschätzung der Immissionssituation bzw. für eine Abschätzung der Maximalimmission (bei Vollauslastung aller Sendeanlagen) in einem Untersuchungsgebiet werden Simulationen zur Wellenausbreitung durchgeführt. Bei Kenntnis der verwendeten Sendeparameter (Antenne, Position, Ausrichtung, Sendeleistung) lässt sich mithilfe der Freiraumausbreitung eine obere Schranke für die Immission bestimmen. Bei Verwendung von zusätzlichen Umgebungsinformationen (Topographie, Morphologie) lässt sich die Immission mithilfe von realitätsnahen Ausbreitungsmodellen genauer prognostizieren.

Messung

Die messtechnische Immissionsbestimmung erfolgt im Gegensatz zur flächendeckenden rechnerischen Immissionsprognose nur für ausgewählte Messpunkte. Eine Messung weist jedoch in der Regel die höchste Genauigkeit bei der Immissionsbestimmung auf. Das IHF verwendet hierzu das frequenzselektive Handheld-Feldstärkemesssystem SRM-3006 von narda Safety Test Solutions, womit sowohl Messungen der Immissionen einzelner Funkdienste als auch der Gesamtimmission möglich sind. Zudem ist es möglich eine auf Messungen basierende Abschätzung der Maximalimmission einzelner Mobilfunk-Basisstationen durchzuführen (GSM, UMTS und LTE).