Bernhard Rembold

Bernhard Rembold, Jahrgang 1943, studierte Elektrotechnik, Fachrichtung Nachrichtentechnik an den Hochschulen Aachen (Vordiplom) und Darmstadt (Diplom) und wurde 1974 in Darmstadt bei Prof. Zinke, Institut für Hochfrequenztechnik, mit einem feldtheoretischen Thema promoviert. 1975 trat er in die Vorentwicklung der AEG-Telefunken in Ulm und übernahm dort im gleichen Jahr die Leitung eines mm-Wellen-Labors, das sich mit integrierten mm-Wellenschaltungen und Subsystemen befaßte. 1984 wurde er mit der Entwicklungsleitung der Telefunken Sendertechnik in Berlin betraut, der 1987 und 1988 weitere E-Leiterfunktionen in den Bereichen Sprech- und Datenfunk sowie Funk- und Aufklärungssysteme folgten. Hier war er zuletzt als Prokurist und Leiter der Produktentwicklung im Profitcenter Funksysteme für die Geräteentwicklung einschließlich Antennen verantwortlich. Einige technische Arbeiten aus der Zeit bei AEG-Telefunken/EADS: Modulatoren in Finleitungstechnik, Mehrtor-Linsenantenne, Polarisatoren für mmW-Antennen, Radarquerschnitt von Drähten, selektive Multikoppler für Kurzwellensender. 1996 folgte er dem Ruf an die RWTH.

 

Einige ausgewählte Veröffentlichungen:

  • REMBOLD, B.: Asymptotische Näherungen der Modifizierten Mathieuschen Funktionen für komplexe Eigenwertparameter h=|h| . (1±j)/?2. Zeitschr. angew. Mathem. Mechan. 53 (1973) S. 783-789
  • REMBOLD, B.: Fortpflanzungskonstante, Wellenwiderstand und Leitungsbeläge der Lecherwelle auf einer verlustbehafteten Leitung mit elliptischem Querschnitt. Archiv f. Elektrotechnik 56 (1974) S. 171-179
  • REMBOLD, B.: Frequenz- und Ortsabhängigkeit aller 6 Feldstärkekomponenten der Lecherwelle auf einer verlustbehafteten Leitung mit elliptischem Querschnitt. Archiv f. Elektrotechnik 57 (1975) S. 1-11
  • REMBOLD, B.: Elliptische Hohlleiter, Tafeln für Grenzwellenlängen und Dämpfungskonstanten. AEÜ 29 (1977) S. 449-453
  • REMBOLD, B.: Fin-line components and subsystems for use above 90 GHz. (Invited Keynote) 8. Int. Conf. on Infrared and Millimeter Waves, Miami (1983), Conference Proceedings F3.1
  • REMBOLD, B.: Radar cross section of long wires. IEEE Trans. on Antennas a. Propagation, Vol. 32 (1984) pp. 1124-1126
  • REMBOLD, B.: Communication systems at millimeter waves. Invited paper. 22. Europ. Microwave Conf. Helsinki (1992) Conference Proceedings S. 53-72
  • REMBOLD, B.: Simulation der Funkübertragung in einem Tunnel. Frequenz. Band 47 Ausgabe 11-12 (1993) S. 270-275
  • REMBOLD, B.; KOCH, O.: CLIER – combination of LINC and EER method. Electronics Letters 42 (2006) 900-902
  • REMBOLD, B.: Relation between diagram correlation factors and S-parameters of multiport antenna with arbitrary feeding network. Electronics Letters 44 (2008) 5-7
  • REMBOLD, B.: Optimum modulation efficiency and sideband backscatter power response of RFID-Tags. FREQUENZ 63 (2009) pp. 9-13

 

Der Schwerpukt der Forschung des Instituts in der Zeit vom 1996 bis 2008 lag auf den Gebieten der Antennen und Wellenausbreitung. Hintergrund aller Arbeiten war die bessere Nutzung natürlicher Ressourcen von Leistung und Spektrum. Der Einsatz mehrere Antennen auf beiden Seiten eines Funkkommunikationssystems (MIMO) kann die Kanalkapazität deutlich erhöhen. Es wurden mehrere Demonstratoren und Testaufbauten entwickelt, u.a. der erste in Echtzeit betreibbare 2x2 Demonstrator im X-Band sowie ein bidirektionaler, ebenfalls in Echtzeit arbeitender 4x4 Aufbau bei 5 GHz, mit dem ausführliche Messungen durchgeführt werden konnten. Parallel hierzu untersuchten mehrere Dissertationen die Effektivität räumlicher Entzerrungsverfahren, insbesondere im Hinblick auf typische Spezifikationen der HF-Komponenten. Weitere Arbeiten waren Mehrtorantennen für WLAN und UMTS, Arrayantennen für die Kernspintomographie, planare verlustarme Mikrowellenantennen für mmW-Richtfunk sowie zahlreiche Messungen an in Strukturen wie z.B. Windschutzscheiben integrierten Antennen. Der neue Antennemessraum, der im Rahmen der Berufungszusage 1996/97 errichtet werden konnte, war hierfür sehr hilfreich. Auf dem Gebiet der Wellenausbreitung war die Kanalmodellierung mit Raytracern und mit stochastischen Verfahren Ziel der Arbeiten. Die Raytracer-Programme des Vorgängers Schmitt konnten weitergeführt und in zahlreichen Anwendungen wie RFID, Radarausbreitung, linienförmige Funkversorgung, Mobilfunk u.a. zum Einsatz gebracht werden. Auch die bereits von Döring und Schmitt installierte Gruppe Optik konnte weitere Erfolge auf dem Gebiet multispektraler Analyse der Hautdurchblutung erringen.

Es wurden neben den Vorlesungen Hochfrequenztechnik 1 und 2 eine Wahlpflichtvorlesung Elektromagnetische Felder 2 sowie eine Wahlvorlesung Wellenausbreitung angeboten. Weitere Tätigkeiten waren: Leitung des Prüfungsausschusses, Schriftleiter der Zeitschrift FREQUENZ, Mitglied des ITG Fachausschusses Funksysteme mit zwischenzeitlicher Leitung der Gruppe, Mitarbeit im wissenschaftlichen Beirat des IHR, Werthhoven, sowie zeitweise Leitung desselben.

Rückblickend findet man eine Reihe von Gemeinsamkeiten, die wie ein roter Faden die drei Zeiträume verbindet:

  • Wellenausbreitung bei „klassischen“ und optischen Frequenzen (Raytracer und Kanalmodelle für Mobilfunk, Oberflächenreflexion in der Medizintechnik)
  • Technologie zum Transport von HF-Leistung und Signalen (Streifenleitungstechnik, Hohlleiter, Glasfaser, Antennen)
  • Optimale Ausnutzung von Übertragungsmedien (Bandbreite, bit/s/Hz bei Glasfasern oder Mehrantennensystemen)
  • Verbesserung des Wirkungsgrads von Verstärkerarchitekturen (Röhren, Halbleiter)

Durch die Neubesetzung des Lehrstuhl mit D. Heberling in 2008 konnte eine Kontinuität der Arbeiten insbesondere in der Antennentechnik sichergestellt werden.